Herzlich willkommen bei Ein Herz für russische Tierschutzhunde e.V.

Trudi


Bis zum August 2020 war unsere Familie – Mama Meli, Tochter Bo und Papa Robert – bezüglich Familienmitgliedern auf vier Pfoten voll belegt. Zu uns gehörten die mallorquinische Streunerin Helene – ein altes, zartes Hundemädchen, das wir im Sommer 2019 aus einem Shelter auf Mallorca zu uns geholt hatten. Und unsere französische Bulldogge Osse (Oskar), der seit acht Jahren bei uns war und der das neue Rudelmitglied Helene sogar vor Riesenhunden beschützte.
Auf der Urlaubsrückfahrt aus Holland verschlechterte sich Helenes Zustand, die in 2020 wegen Epilepsie, Blutarmut, Bauchspeicheldrüsenentzündung und einigem mehr schon 14 Tage stationären Aufenthalt ertragen musste, erheblich. In einer Tierklinik in Norddeutschland mussten wir Helene gehen lassen. Wie die Stimmung auf den weiteren 500 km der Rückreise war, kann man sich vorstellen. Immerhin hatte Helene ein gutes, friedliches letztes Lebensjahr und einen schönen Nordseeurlaub zum Abschluss.
Nicht nur uns Menschen hat Helenes Tod traurig gemacht, auch Osse litt unter dem Verlust. Uns war schnell klar, dass Osse und wir eine neue Gefährtin brauchen. Also haben wir uns die Abende im September und Oktober mit Internetrecherche um die Ohren geschlagen. Es gibt ja so viele Tierschutzvereine und noch viel mehr Hunde, die ein Zuhause suchen. Unsere Parameter für das neue Familienmitglied waren jedenfalls schnell abgesteckt. Eine Hundedame sollte es sein, vom Alter zu Osse passen, – also erwachsen sein und Familien-, Kinder- und hundefreundlich sein. Dazu sollte sie sich schon in Deutschland befinden, dass wir und Osse sie und umgekehrt einmal live kennenlernen können. Es sollte nicht die Hündin im sprichwörtlichen Sack sein, die zu uns kommt.
Da es zeitaufwendig war, sich auf jeder einzelnen Website der unzähligen Vereine nach passenden Hunden umzuschauen, landeten wir immer wieder bei der Recherche auf dem Kleinanzeigenportal Quoka, wo es auch eine Hundevermittlungsrubrik gibt und die Inserate mehrerer Tierschutzvereine zu finden sind. Trudi, die damals noch Babsi hieß, war der erste Hund, der uns ins Auge gesprungen ist. Die Anzeige las sich für uns auch so, dass Trudi schon in Deutschland ist, – war sie leider nicht. Also haben wir Trudis Adoption fürs Erste verworfen und weiter nach einer Hundedame gesucht, die schon in Deutschland ist, um sie vorab kennenlernen zu können.
Trudi aber ging uns nicht aus dem Kopf. Also haben wir uns ein paar Tage und Nächte später dazu entschlossen, zu versuchen, etwas mehr über Trudi in Erfahrung zu bringen. Sylvia vom Verein war unsere Ansprechpartnerin und hat uns schnell weitere Infos, Fotos und sogar ein aktuelles Video aus Moskau – dort war Trudi in einem Tierheim untergebracht – besorgt. Unser guter Eindruck und vor allem das Gefühl der ganzen Familie gegenüber Trudi als neues Rudelmitglied und passende Gefährtin für Osse hat sich bestärkt. Zügig haben wir mit Sylvia alle Formalitäten erledigt, sie hat sich unser und Trudis neues Zuhause angeschaut und mit uns den obligatorischen Fragebogen ausgefüllt. Uns und Trudi stand nix mehr im Weg – außer die vierwöchige Wartezeit, bis der nächste Transport mit Fellnasen aus Moskau losfährt.
Wir haben versucht, unsere Füße während der Wartezeit still zu halten und Sylvia, bzw. Irina, die nun auch unsere Ansprechpartnerin bezüglich des Transportes war und den direkten Draht nach Moskau hielt, mit Fragen zu nerven. Wir haben uns über die eingerichtete Whatsapp-Gruppe, in der alle neuen Adoptiveltern der insgesamt 19 Hunde versammelt waren, die ganze Zeit über bestens informiert gefühlt. Und auch kurz vor und während des Transportes kamen regelmäßige Wasserstandsmeldungen, wo die Hunde sind, wie es ihnen geht und wie die Fahrer voraussichtlich vorankommen werden. Und am 1. November war es dann so weit, dass wir abends vor Irinas Haus Trudi ein Empfang nehmen konnten. Auch hier war alles fein organisiert, sodass die Hunde, als der sehnsüchtig erwartete Transporter endlich in der Dunkelheit um die Ecke bog, schnell ihren neuen Herrchen und Frauchen übergeben werden konnten.
Bei all der guten Kommunikation, Organisation und dem Hundeliebenden Engagement aller Beteiligten – seien es Sylvia, Irina, die Leute vor Ort in Moskau oder die unermüdlichen Fahrer des Transporters gewesen – war es für uns eine Selbstverständlichkeit zum Einen bei uns vor Ort eine Sachspendensammlung über soziale Medien zu initiieren (Hundefutter dürfen die Fahrer nicht mit zurück über die Grenze nehmen!), bei der ein wirklich großer Haufen an Hundebetten, -Jacken, -leinen und -decken kam, dem Verein eine Geldspende zukommen zu lassen und den Fahrern ein Trinkgeld zukommen zu lassen. Und das schöne, wenn auch eigentlich selbstverständliche, war die Dankbarkeit der Menschen für unser Engagement und die Zuwendungen. Die Dankbarkeit hat uns einfach im Nachhinein nochmals bestätigt, dass Sach- und Geldspenden an die richtige Adresse gehen. Wer also Zeit und etwas Geld beiseite hat, dem und der sei gesagt: Spendeninitiativen lohnen sich und geben ein gutes Gefühl und Punkte auf dem Karmakonto! 🙂
Nun war Trudi also da und sie ist toll. Sie hat uns sofort als neues Rudel dankbar in ihr Herz geschlossen. Sie schmust gerne mit allen Familienmitgliedern, sorgt dafür, dass Papa seit November täglich seine mindestens 10.000 Schritte geht. Trudi ist nämlich gerne und ausgiebig in den umliegenden Wäldern, Feldern und Weinbergen unterwegs. Dort kann sie herrlich nach Mäusen jagen, sie auch schon mal aus ihren unterirdischen Nestern ausbuddeln und natürlich Hundebegegnungen haben, schnüffeln und ihre neue Heimat kennenlernen. Hier lernt die schlaue Dame auch Kommandos in deutscher Sprache – und sie macht sich gut dabei.
Die Beschreibung des Vereins über ihr liebes, kuschelbedürftiges Wesen passt auch – fast immer. Unsere russische Hundedame hat nämlich einen ausgeprägten territorialen Schutzinstinkt und meldet ihrem Rudel fast jede ihr suspekte Kleinigkeit. Wer unser Zuhause betritt, ist ihr auch erst mal suspekt und wird im Blick behalten und mit ihrer sehr tiefen Stimme, die einen viel größeren Hund vermuten lässt, angeknurrt. Im Besonderen Männer behält sie im Auge. Und sie flößt mit ihrer Stimme Respekt ein! Das trainieren wir jetzt, dass sie versteht, dass z. B. die Opas keine Gefahr für unser und Trudis zu Hause bedeuten. Und wenn sie zu sehr auf Hab-acht-Stellung ist, haben wir einen Raum für sie, in dem sie in einem gemütlichen Hundebett mit Fress- und Trinkstelle zur Ruhe kommen kann und nicht ständig aufpassen muss, dass sich unser Besuch auch ordentlich verhält. Dieses Verhalten legt Trudi überhaupt nicht an den Tag, wenn wir z. B. bei den Omas und Opas zu Besuch sind. Dort ist sie ein sich zurücknehmender Sonnenschein.
Wir trainieren jetzt auch Kleinigkeiten, die sie noch nicht kennt. Jeden Montag hat Trudi jetzt einen langen Spaziergang mit vielen anderen Hunden zusammen. Manchmal sind ihr die hiesigen Hundebegegnungen nicht ganz geheuer und sie sucht mit ihrem Blick Hilfe bei uns. Aber wenn sie sich regelmäßig von anderen Hunden etwas anschauen kann, wird sie das auch sehr bald im Griff haben. Die Hundetrainerin sagt nämlich, dass Trudi eine erwachsene, schlaue Hundedame ist, die weiß, was sie will, die keine Konflikte sucht und toll mit anderen Hunden in Hundesprache kommuniziert.

Kurz um: Wir sind happy, dass der Zufall uns über Quoka hierhin verschlagen hat und das wir Trudi bei uns haben. Klare Weiterempfehlung, wie es so schön heißt! Wir haben jetzt einen Lieblings Tierschutzverein.

Bo, Meli & Robert

P. S.: Leider konnte Osse Trudi nicht mehr kennenlernen. Eine Woche vor ihrer Ankunft mussten wir ihn völlig unerwartet gehen lassen. Ein Tischtennisball großer Hirntumor wurde diagnostiziert und Osse hat innerhalb einer Woche fast alle Eigenschaften verloren, die ihn ausgemacht haben. Dazu starke Kopfschmerzen, Kontrollverlust über Gliedmaßen … als wir das CT-Bild sahen, war klar, dass es besser für Osse wäre, ihn nicht mehr aufwachen zu lassen. Wir sind uns sicher, dass die beiden ein tolles Team ergeben hätten.
Form
+49 176 61-17-50-35
Vorname *
Nachname *
Straße, Hausnummer *
Ort *
PLZ *
E-Mail *
Telefon *
Handy *
Name des Hundes *
Wie sind Sie auf unsere Seite aufmerksam geworden? *
Aus wie viel Personen besteht Ihr Haushalt? *
Welche Tiere leben momentan im Haushalt? *
Haben Sie Hundeerfahrung? *
Hatten Sie bereits einen Hund aus dem Tierschutz / Tierheim? *
Haben Sie Erfahrung mit Problemhunden? *
Aus welchen Gründen könnte der Hund wieder abgegeben werden? *
Könnten Sie nach der Ankunft des Hundes ein paar Tage Urlaub nehmen? *
Wie lange wäre der Hund tagsüber allein? Wer wäre der Ansprechpartner für ihn? *
Was passiert bei der Änderung der Lebenssituation mit dem Hund? *
Was passiert mit dem Hund in der Urlaubszeit? *
Sind die Kosten für die Hundehaltung einkalkuliert? *
Leben Sie in einem eigenen Haus? *
Liegt eine Einverständniserklärung des Hausvermieters vor? *
Ist das Grundstück eingezäunt? *
Ihre Fragen *
Form
+49 176 61-17-50-35
Name *
E-Mail *
Ihre Fragen *
Wir verwenden Cookies, um unsere Dienste und Online-Werbung für Sie zu personalisieren. Durch die Nutzung unserer Website willigen Sie in die Verwendung dieser Cookies entsprechend unserer Datenschutz ein.
Ok